Die Entdeckung von Schnee auf dem Kilimandscharo, einem 5895 Meter hohen Bergmassiv südlich des Äquators, war eine Sensation. Der schwäbische Missionar Johannes Rebmann, der seine unglaubliche Beobachtung aus dem Jahr 1848 in deutschen, englischen und französischen Wissenschaftsmagazinen teilte, erhielt zunächst jedoch keine Meriten. Im Gegenteil. Besonders englische Forscher und zwar solche, die die Heimat nie verlassen hatten, fanden großen Gefallen daran, sich über den deutschen Gottesmann lustig zu machen. Er habe wohl eine Erscheinung gehabt, sagten sie. Und: Warum hat er den Berg nicht bestiegen, um seine außergewöhnliche Entdeckung genauer zu untersuchen?

Erst als die Photographie in den 1870er Jahren mobil wurde, konnten fotografierende Afrikareisende den Schnee auf dem Berg sichtbar machen und zuhause „vorzeigen“.

Heutige Fotos aus der Gegend beweisen etwas anderes: Schnee wird es auf dem Kilimandscharo nicht mehr lange geben.

Diese Erkenntnis war umso eindrücklicher für mich, als ich dem Berg „Auge in Auge“ gegenüberstand und mir beim Betrachten der merkwürdig nackten Bergspitze all die Bücher, Filme und vor allem die Fotos in den Sinn kamen, die sich intensiv mit dem Phänomen Schnee auf dem Kilimandscharo beschäftigen.

Die Fotos der Serie „KILIMANDJARO“ entstanden bei einem längeren Aufenthalt in Kenia.

English

The discovery of snow on top of the Kilimanjaro, a mountain near to the Equator,  was a sensation in Europe. However, the southern German missionary Johannes Rebmann, who shared his unbelievable observation from the year 1848 in German, English and French scientific magazines, did not earn any merits. Quite the contrary. Especially British explorers, mainly those, who never left their homes, found pleasure in making fun of the German man of God. He must have had an appearance, they said. And: Why did he not climb the mountain to examine closer his extraordinary discovery?

Only when photography in the 1870’s became mobile, could travellers to Africa make the snow on the mountain visible and show it back home.

Today’s photographs prove something else: Snow will not be present on the Kilimanjaro for much longer.

This revelation was all the more impressive when I was facing the mountain eye to eye. Watching the strangely naked peak, books, films and many photographs come to my mind, which all dealt with the phenomenon of snow on the Kilimanjaro.

The pictures of the series „KILIMANDJARO“ originated during a longer stay on multiple trips through Kenya.

 

Mythologie:

‚Die ganze Gegend umher in der Mitte zwischen Teita und Dschagga hatte etwas Großartiges: -an diesem Morgen sahen wir die Berge von Dschagga immer deutlicher, bis ich gegen 10 Uhr den Gipfel von einem derselben, mit einer auffallend weißen Wolke bedeckt, zu sehen glaubte. Mein Führer hieß das Weiße, das ich sah, schlichtweg ‚Silber’; es wurde mir aber eben so klar, daß es nichts anderes sein könne, als Schnee, welchen Namen ich meinen Trägern sogleich nannte und ihnen die Sache zu erklären suchte.

Sie wollten mir aber nicht recht glauben, ausgenommen mein Führer, ein Muhamedaner. Der wusste ja, daß wir beabsichtigten, ins Land der Dschagga am Kilimandscharo zu reisen. Er fürchtete für das ‚Silber’ in seinem Land, und ließ daher auf seiner letzten Reise nach Dschagga die Sache untersuchen. Gegen eine geringe Belohnung schickte er einige Dschagga-Leute den Berg hinauf, die ihm des ‚Silbers’ so viel als möglich bringen sollten – aber dem speculierenden Suahili nichts als Wasser zurückbrachten.

Da waren sie mir auf einmal klar geworden, all die sonderbaren Geschichten von einem unzulänglichen, weil von bösen Geistern bewohnten Gold- und Silberberg im Inneren, die ich seit meiner Ankunft an der Küste oftmals gehört hatte.

Natürlich, dass die ungewohnte Kälte die halbnackten Besucher des Schneegebirges bald zur Rückkehr nöthigte. Oder sie die Kälte wirklich tödtete, wenn sie auf Befehl der despotischen Dschagga-Könige genöthigt waren weiterzugehen, so lange ihr Körper nicht gänzlich erstarrt war. Dies wurde dann alles in der Unwissenheit der Eingeborenen bösen Geistern zugeschrieben.

Der Schnee fällt natürlich sehr ferne von den Wohnungen.’

Missionar Johannes Rebmann, Kidia, Tansania, 11. Mai 1848

 

The whole region in the middle between Teita and Dshagga had something grand about it: on this morning we saw the mountains of Dshagga more and more clearly, until I believed to see the peak of one covered with a conspicuously white cloud. My guide called the white that I saw simply: silver; but soon it became apparent to me that it couldn’t be anything else but snow, a name, which I conveyed the carriers, I also tried to explain to them.

They didn’t want to quite believe me, except for my guide, a Muhammadan. He knew that we intended to travel to the land of the Dshagga by the Kilimanjaro. he was afraid about the silver of his country and had the matter examined during his last trip to Dshagga. For a small pay he sent a few Dshagga-people up the hill, who were supposed to bring back as much “silver” as possible – but brought the speculating Swahili only water back.

Then all of a sudden they had all become clear to me all the strange stories of a remote gold- and silvermountain, which was inhabited by mean spirits in its interior, which I had often listened to since my arrival on the cost.

Naturally that the unusual cold forced the half-naked visitor soon to return. Or the cold killed them, when on the order of a despotic Dshagga king they had to go on until their body was entirely stiff. This was all attributed to mean spirits in total ignorance of the natives.

Snow of course falls very far from the houses.

 

 

Shows

Available Sizes

Die Fotos der Serie „KILIMANDJARO“ entstanden bei einem längeren Aufenthalt in Kenia.

Große Arbeiten: 110,5×194 cm
Fotodruck auf handgeschöpftem japanischen Kozopapier

gerahmt

Kleine Arbeiten: 67×96 cm
Fotodruck auf handgeschöpftem japanischen Kozopapier

gerahmt

Editionen

Kleinere Größen sind ebenfalls erhältlich.

 

110,5×194 cm Photographs printed on Japanese handmade Kozo paper

framed

67×96 cm Photographs printed on Japanese handmade Kozo paper

framed

Editions

Smaller versions available upon request

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